30.9.09

Tag 12 & 13: Mississippi und Mampfen in Minnesota

Was muss passieren dass der reisende Blogger so beschäftigt ist dass er zum ersten Mal nach 11 Tagen abends keine Zeit hat diese Zeilen zu verfassen? Ein spektakulärer Nationalpark? Ein festliches Dinner? Eine spätabendliche Theatervorführung?



Viel einfacher: Ein Abend mit Freunden. Enorm wohltuend nach all dem Tourismus und Hotelzimmern mal einfach bei einer ganz normalen Familie auf der Luftmatratze zu schlafen. Als Jen, die Dame (und Meisterköchin) des Hauses, bis abends arbeiten muss lernen wir schnell die kulinarischen Feinheiten Amerikas selbst zu meistern:  Tanya macht den Kindern Macaroni & Cheese aus der Fertigpackung. Thomas findet den besten Pizzaservice der Stadt, schaut sich die Speisekarte im Internet an, wählt dessen Nummer, hämmert die Adresse ins Navi, fährt hin, bezahlt (natürlich mit American Express Kreditkarte) und stellt die Kartons auf den Tisch. Ein Naturtalent! Kumpel Jerry fährt zum Alkohol-Laden (gibt's hier nicht im Supermarkt) und holt ein paar Flaschen Bier aus der Region. Fertig ist das Gourmet-Dinner. Dazu schauen wir Baseball im Fernsehen und unterhalten uns (intellektueller Ausgleich muss sein) über die neusten Artikel aus Wall Street Journal und Economist sowie Wahrscheinlichkeitsrechnung im Versicherungs- und Finanzwesen.

Eine Nacht auf der Luftmatratze später perfektioniert Thomas seine kulinarischen Kenntnisse und brät gekonnt tiefgefrorene Frühstücks-Würstchen mit Ahornsirup-Geschmack. Dazu zaubert Jen Rührei und einen superleckeren Pfannkuchen (ganz untypisch für den Durchschnittsamerikaner "from Scratch" also mit den richtigen Zutanten und nicht mit Fertig-Mix - Yummy!).

Wer sich jetzt fragt ob wir auch noch was anderes als Essen und Trinken machen, den wird vielleicht interessieren dass wir nach Minneapolis reingefahren sind. Eine superschöne Stadt durch die der Mississippi River fließt. Und weil Nicole das unbedingte Bedürfnis hat in jeden größeren Fluss in dessen Nähe sie kommt die Hand (besser noch: die Füße) zu stecken, kommen wir in den Genuss eines Uferbesuchs am Mississippi River. Der drittgrößte Fluß der Welt entspringt unweit von hier im Norden Minnesotas und fließt bis New Orleans.




Der Mississippi ist dann auch das große Thema am zweiten Tag unseres Besuchs hier. Nach Würstchen und Pancakes packen wir unsere Sachen und gondeln gemütlich am Flussufer entlang Richtung Iowa - unserem nächsten Ziel. Auf dem Weg: Das ideale Picknick. Auf der einen Seite Blick auf's Wasser, auf der anderen Seite gleich ein Spielplatz und ein Baseball-Feld. Wir schauen ein paar Freizeit-Teams beim Training für Softball (der Freizeit-Variante von Baseball) zu. Auch das ein Stück Amerika das man neben all den Nationalparks und Metropolen erlebt haben muss.

Wir übernachten fast direkt am Flußufer in einem urgemütlichen Hotel im Städtchen Prairie du Chien an der Grenze von Wisconsin und Iowa. Es gibt Kekse und Popcorn zur Begrüßung (als ob wir nicht schon verwöhnt genug wären). DVDs kann man sich kostenlos ausleihen. Anna und Tanya genießen den Pool, Papa recherchiert wo die nächste Werkstatt ist. Heute abend ging das "Check Engine" Licht unseres Autos an. Es fährt super und macht keine Probleme. Wären wir richtige Amerikaner würden wir jetzt einfach weiterfahren, denn die Einheimischen (so will es zumindest ein gängiges Vorurteil) sind berühmt-berüchtigt dafür solche Warnsignale jahrelang zu ignorieren. Wir sind da deutscher und lassen morgen gleich mal den Bordcomputer auslesen bevor wir die letzten 2000 km angehen. Jetzt beweist sich übrigens was unser Mechaniker John uns in Pasadena prophezeit hat: "Das Auto wird Euch keine Probleme bereiten. Wenn Euer BMW irgendwo im tiefsten Mittleren Westen was hat findet Ihr im Zweifel niemanden der sich mit der komplizierten Elektronik auskennt. Diesen Ford kann jeder Tankwart reparieren." Und tatsächlich:
  • Distanz zum nächsten Ford-Händler: 2,5 km
  • Distanz zum nächsten BMW-Händler: 70 km


Logbuch:
  • Kilometer gesamt: 4404 km
  • Kilometer gestern & heute: 442 km 
  • Fahrzeit gesamt: 54:06 Stunden
  • Fahrzeit gestern & heute: 6:06 Stunden 
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 81.4 km/h
Die heutige Route:


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29.9.09

Kein Blog heute - Gruesse aus Minneapolis

Die USA-durchquerende Familie besucht heute Freunde in Minneapolis. Wir sitzen hier am Esstisch und unterhalten uns blendend. Deshalb gibt's heute kein Blog. Morgen geht's den Mississippi runter nach Iowa. Dann wieder mehr.

28.9.09

Tag 11: Frau Schmidt, der Apfelstrudel und das Sauerkraut

Häufigster Ausruf des Tages heute (von allen Beteiligten bis auf Anna):
"Mensch, hier sieht's ja aus wie in Deutschland!" 


 
Je weiter wir nach Nordosten vorstoßen desto grüner und herbstlicher wird die Landschaft, desto mehr vertraute Bäume und Sträucher gibt es am Wegesrand. Kein Wunder dass sich in diesem Fleckchen USA die Deutschen Einwanderer einstmals konzentriert haben. Das zeigt sich noch heute: Bäckerei Schmidt, Bestattungsinstitut Wagner, "Gasthaus Bayerischer Jäger". Man sieht Werbung für "German Applestrudel" und "Ursula's Wine Bar & Cafe". Der Mädchenname unserer Gastgeberin hier ist Kurzweg. Sie ist im Freundeskreis berühmt für ihre vor dem Grillen in Bier und Sauerkraut gekochten Bratwürste. Wir scherzen manchmal liebevoll: "Deutscher als in Deutschland". Heute gibt's aber lecker Steak und Nudeln.


Die wichtigste Attraktion hier: Kinder zum Spielen. Unsere Freunde Jen & Jerry haben zwei davon im Alter von drei und fünf Jahren. Anna freundet sich gleich mit Maille und Liam an. Die Kids spielen Verkleiden, Rennen durch den Garten. Ein Kinder-Paradies in einem Vorort von Minneapolis. So paradiesisch dass Anna - in Verbindung mit der Zeitumstellung - schon den zweiten Tag am Stück Schwierigkeiten mit dem Einschlafen hat.  "Ich will nicht schlafen" und "Schlafen ist zu langweilig" schreit sie abends um 11 im Hotel, begleitet von energischem Strampeln von Weinen. Erst als sie nach viel gutem Zureden noch fünf Minuten Lego spielen und das Bauwerk mit ins Bett nehmen darf ist Ruhe. Tanya und Nicole genießen den letzten Abend bevor Nicole uns wieder verlässt an der Hotelbar.

Die Einheimische Jen scherzt schon ob denn das was die Amerikaner oft als "Flyover Country" (der Landstrich den man nur vom Drüberfliegen kennt) bezeichnen für uns "Drivethrough Country" (das Land das man nur vom Durchfahren kennt) wird. Ein Blick auf die Karte der letzten zwei Tage zeigt was sie meint. Ganz schön viel Strecke für zwei Tage. Es erfordert unsere geballte Unterhaltungskunst in Form von aufs Handy gespielten TV-Sendungen um Anna bei Laune und das L-Wort ("langweilig") in Grenzen zu halten. Aber jetzt sind zwei Tage mit Maille und Liam angesagt, und auch später diese Woche in Iowa und Indiana gibt's Spielkameraden. Die zweite Hälfte unserer Reise beginnt. Wir werden weiter eintauchen und nicht nur durchfahren.




Logbuch:
  • Kilometer heute: 408 km 
  • Kilometer gesamt: 3980 km
  • Effektive Fahrzeit heute: 5:07 Minuten
  • Fahrzeit gesamt: 48:00 Stunden
  • Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 82.7 km/h
  • Durchschnittsverbrauch bisher: 11.1 Liter/100 km
Streckenführung heute:


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27.9.09

Tag 10: Durch die Prairie zum Buffalo-Burger

Wir haben die Frage an dieser Stelle schon häufiger gestellt: Woran erkenne ich dass ich im tiefsten Amerika gelandet bin? Antwort heute: Am Autobahn-Schild “Next McDonald’s 205 Miles”. Die Vorwarnung auf 330 Kilometer zivilisationsfreie Prärie?

Mehr Fotos und Videos wie immer hier bei Picasa.

Prärie ja. Im wahrsten Sinne des Wortes: Nachdem wir die Black Hills (die bewaldeten “schwarzen Hügel”) verlassen, stoßen wir auf Meile über Meile an gelblichem Gras das sich im Sturm (der Wind bläst heute mit 50-100 km/h über die endlose Weite) wiegt. Die Kühe am Straßenrand sind inzwischen obligatorisch, werden aber in Kürze Mais- und Weizenfeldern weichen. Manchmal fühlt man sich hier wie im Allgäu nur dass alles zehnmal größer und weiter voneinander entfernt ist. Und das Gras ist nicht grün. Dafür gibt es hier auch sanfte Hügel, Geräteschuppen und Höfe an der Autobahn, Seen, Teiche und natürlich die Kühe.
Zivilisationsfrei ist der McDonalds-freie Landstrich dagegen mitnichten. Vor allem ein Etablissement ist besonders geschäftstüchtig und hat alle paar hundert Meter am Straßenrand lustige Schilder plaziert: “Wall Drug”, der Drogeriemarkt des Dörfchens Wall.



In den 30er Jahren kam ein geschäftstüchtiger Apotheker hier auf die Idee den Reisenden kostenloses Eiswasser anzubieten. Seitdem läuft die Bude und ist Vergnügungspark, Kitsch- und Ramschladen, Western-Boutique und Restaurant in Einem. Eine Touristenfalle mit Charme. Mama und Anna probieren Cowboyhüte und Stiefel an, kaufen aber nichts. Papa kann es sich nicht verkneifen das kostenlose Eiswasser mitzunehmen. Den Kaffee den es daneben für 5 Cent gibt lässt er aber stehen.

Mitten in der Prairie dann auf einmal spitze Berge. Naja, zugegeben, als gute Deutsche Amerika-Touristen konnten wir uns einen Nationalpark auf dem Weg dann doch nicht entgehen lassen. “Badlands” heißt er weil die Umgebung ziemlich unwirtlich ist. Anna unterhält uns einmal mehr mit ihren trockenen Kommentaren:
Mama: “Anna, guck mal die Berge!”
Anna: “Die sind aber steil.”
Papa: “Gefallen sie Dir?”
Anna: “Nein.”
Papa: “Welche Berge gefallen Dir denn?”
Anna: “Crazy Horse!” (da waren wir gestern)
Hier in der Gegend ist auch der Wounded Knee Creek an dem sich das Massaker von Wounded Knee ereignete bei dem hunderte rebellische Indianer zu Tode kamen. Lang’ ist’s her dass wir das im Englischunterricht bei Herrn Rippberger durchgenommen haben. Da war das also. Überhaupt findet man hier Vieles was man irgendwann im Englisch-Unterricht mal gehört hat. Wounded Knee, Crazy Horse, die Sioux, die Frontier, den Goldrausch von 1880, …
Wanderungen und Spaziergänge erübrigens sich angesichts des kalten und starken Windes und der Tatsache dass wir noch 800 km bis morgen abend vor uns haben. Kilometer schrubben ist angesagt, weshalb uns einige vielversprechende Attraktionen am Wegesrand entgehen: Eine noch erhaltene Siedler-Parzelle mit Wohnhaus und Scheune und eine Art Freilichtmuseum das eine Stadt aus dem Jahr 1880 nachstellt. Auch die Pioneer Auto Show (ein riesiges Museum milt Autos und anderem alten Kram das sehr urig und chaotisch und nicht so steril wie die meisten Museen sein soll) erreichen wir zu spät weil wir nicht wissen dass wir kurz vorher die Zeitzonen-Grenze überfahren werden. Papa findet dass so schade dass er Mama gleich erinnert: “Wenn Du mal ein Geschenk für mich suchst …” Aber: Davor steht der Uropa unseres Polizeiautos: Ein alter Cruiser, der sogar ebenfalls aus LA kommt. Familienfoto. Und: In der Nähe gibt es einen Spielplatz für Anna.


In der Dämmerung erreichen wir den Missouri River. Nicole macht Fotos und wirft Steine. Anna schläft und will nicht aussteigen. Ein Schild verkündet dass die McDonald’s-freie Zone (leider) zuende ist. Wir gehen lieber zu Albert Müller aus Freiburg, bzw. dessen Nachfahren. “Al’s Oasis” ist noch so ein Touri-Mekka am Freeway. Dreimal Buffalo-Burger bitte! Auch hier gibt es Kaffee für 5 Cent die Tasse. Dazu nehmen wir den besten Apple-Pie den Thomas in den USA bisher hatte.



Es ist dunkel, und bis morgen abend sind noch 700 km zu bewältigen damit wir bei Jen & Jerry in Minneapolis ankommen. Tanya setzt sich ans Steuer und entscheidet:; Jetzt werden mal ein paar Kilometer abgespult. Den berühmten Corn Palace in Mitchell lassen wir links liegen. Thomas und Nicole holen ihre Laptops raus. Thomas sichtet die Fotos und Videos des Tages und schreibt diese Zeilen. Anna stülpt sich die Kinder-Kopfhörer die ihr Oma und Opa zu Weihnachten geschenkt haben über und hört Janoschs “Post für den Tiger”. Thomas sucht mit dem iPhone ein günstiges Hotel in Sioux Falls und einen Schrottplatz. Wir haben nämlich eine Radkappe verloren. Die muss natürlich schon aus kosmetischen Gründen ersetzt werden. Und wenn das bedeutet dass wir im Herzen der Vereinigten Staaten einen Schrotti aufsuchen “müssen”: Um so besser!

Gerade als Papa diese Zeilen schreibt ruft Mama zwei Dinge aus: 
1. “Die Benzin-Warnlampe ist angegangen.”
2. ”Noch ein McDonald’s Schild!”
Wir nähern uns mit großen Schritten (bzw. mit 130 Kilometern pro Stunde) Sioux Falls, der größten Stadt South Dakotas. Volltanken. Einchecken. Die Zivilisation hat uns eindeutig wieder.

Die heutige Route:

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Logbuch:
  • Kilometer heute: 596 km (bei Weitem die weiteste Tagesstrecke bisher)
  • Kilometer gesamt: 3572 km
  • Effektive Fahrzeit heute: 5:45 Minuten
  • Fahrzeit gesamt: 42:53 Stunden
  • Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 83.5 km/h
  • Durchschnittsverbrauch bisher: 11.1 Liter/100 km 
  • Gesamtverbrauch: 105 Gallonen = 397 Liter Normalbenzin
  • Spritkosten bisher: $275 (=191 EUR) 

 

26.9.09

Tag 9: Howdy, Häuptling, Harz

Howdy! (so begrüßt man sich hier):

Tanya hat heute eine messerscharfe Beobachtung gemacht:
"Wir planen es zwar nicht, aber irgendwie landen wir immer da wo die ganzen Rentner sind."
Heute also Rentner-Programm in den Black Hills von South Dakota. Das muss man sich ungefähr so vorstellen als ob jemand in einem Deutschen Mittelgebirge ein paar berühmte Gesichter  in den Fels geschlagen hätte. So als ob einen irgendwo hinter einer Kurve im Harz (auch so ein Ort wo man viele Rentner trifft) auf einmal die Gesichter von Bismarck, Friedrich Ebert und Konrad Adenauer anstarren. Na ja, im Harz findet man nicht unbedingt einen "Horse Thief Lake" (Pferdedieb-See). Auch einen Campingplatz mit Familie-Feuerstein-Thema wird man ebensowenig antreffen wie die Werbung in einem Restaurant "Lassen Sie die Motorradbraut in sich heraus." Aber sonst passt's schon.

Anna ist was die Präsidenten betrifft übrigens schon ganz Profi. Auf dem Weg zu unseren heutigen Ausflugszielen haben wir vom Highway aus im Vorbeifahren Ausblick  auf das Profil eines der vier Herren ("Profile View"). 
Mama: "Guck' mal hoch, Anna!"
Anna (ganz cool): "Ja, da ist George Washington."
Aber die vier Präsidenten sind Pipifax im Vergleich zu dem was wir heute gesehen haben. Genauer gesagt: Wie das was wir heute gesehen haben in 50 Jahren aussehen wird. Gestatten: "Crazy Horse", seines Zeichens Kriegshäuptling der Sioux-Indianer.



Hier entsteht seit sechs Jahrzenten die größte Skulptur der Welt. Crazy Horse und sein Pferd. 195 Meter hoch und 172 Meter breit. Die vier Präsidenten würden in den Bereich hinter dem Kopf von Crazy Horse locker reinpassen (rechts von Tanyas Kopf im Foto). Der Wahnsinn daran: Das ist ein Familienbetrieb ohne Staatsknete, fortgeführt von sieben der zehn Kinder des ursprünglichen Bildhauers. Fünf Männer arbeiten täglich am Denkmal und sprengen, meißeln, formen. Alleine für den Kopf des Pferdes sind die nächsten sieben (!) Jahre veranschlagt. Bis alles fertig ist vergehen nochmal mindestens vier Jahrzehnte. Als Souvenir haben wir aus dem Berg gesprengte Steine bekommen. Inklusive Warnung: "Enthält Spuren von Dynamit - beim Fliegen nicht ins Handgepäck nehmen." 

Überhaupt sind die Leute in South Dakota enorm findig was das Ankurbeln des Fremdenverkehrs betrifft. Überall gibt es kleine Museen, originelle Ausstellungen und dergleichen. Alles auch sehr familienfreundlich. Oft weitaus familienfreundlicher als wir das aus Kalifornien kennen.

In Deadwood, einer alten, charmanten Goldgräberstadt essen wir dann endlich auch mal Rind und schauen es uns nicht nur an. Lecker Sirloin-Steak mit Backkartoffel, gedünstetem Gemüse, Broccoli-Creme-Suppe und Kartoffelpüree. Warum gibt es so etwas eigentlich nicht in Pasadena wo wir wohnen und alle Steakhäuser entweder runtergekommen oder übermäßig fein sind.


Deadwood ist Schauplatz des Todes von Poker-Legende "Wild Bill" und ein Ort in dem man auch mal mit Kind in einen richtigen Saloon mit Sägemehl auf dem Boden gehen kann. Echt cool!



Alles in Allem ein entspannter Tag den Anna und Tanya im Pool unseres Hotels ausklingen lassen bevor wir morgen die große Weite in Richtung Minnesota durchqueren. In zwei Tagen werden wir in Minneapolis von unseren Freunden Jen und Jerry erwartet. Das ist knapp 1000 km von hier entfernt.

Logbuch:
  • Kilometer heute: 244 km (fühlte sich viel weniger an)
  • Kilometer gesamt: 2976 km
  • Effektive Fahrzeit heute: 3:34 Minuten
  • Fahrzeit gesamt: 37:08 Stunden
  • Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 80.5 km/h
  • Durchschnittsverbrauch bisher: 11.1 Liter/100 km 
  • Gesamtverbrauch: 88 Gallonen = 333 Liter Normalbenzin
  • Spritkosten bisher: $235 (=163 EUR) 
Die heutige Route:

Größere Karte ("Sat" für Satellitenbilder)

25.9.09

Tag 8: Hornochsen, Esel, Präsidenten

Wer hätte gedacht dass uns gerade dieses gottverlassene Stück Prairie so gut gefallen würde? Mehr Fotos und vor allem Videos wie immer in der Picasa-Galerie (hier haben sie einfach keinen Platz).
Wyoming [waɪˈoʊmɪŋ] ist mit gut 500.000 Einwohnern der bevölkerungsärmste Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika und nach Alaska der Bundesstaat mit der zweitgeringsten Bevölkerungsdichte. Der Bundesstaat ist etwa 30 Prozent kleiner als die Bundesrepublik Deutschland und damit in etwa so groß wie Großbritannien oder Rumänien, hat jedoch nur etwa so viele Einwohner wie Hannover. Er liegt im Westen der Vereinigten Staaten und steigt von den Great Plains Ost-Wyomings zu den Rocky Mountains hin an.
Quelle: Wikipedia
  • 9:00 Uhr: Der Wecker (besser gesagt die Wecker-App auf dem iPhone) klingelt. Es schlafen alle noch. Schlummerschaltung.
  • 9:10 Uhr: Der Wecker klingelt wieder. Die Erwachsenen stehen auf. Anna schläft tief und fest. letzte nacht ist sie erst um 1 Uhr morgens (!) eingeschlafen.
  • 9:13 Uhr: Alle drei Erwachsenen sitzen an ihren Computern, checken E-Mails. Tanya startet einen Video-Chat mit ihrer Mutter, Thomas bucht das Hotel für die nächsten zwei Nächte.
  • 10:15 Uhr: Anna wurde sanft aber bestimmt geweckt und hat sich nach anfänglichen Tränen  beruhigt. Sie trägt heute ein Karo-Hemd das ihr Papa aus Texas mitgebracht hat. Wo wenn nicht hier passt das?
  • 10:30 Uhr:  Wir haben uns French Toast, English Muffins, gekochte Eier und dergleichen aus dem Frühstücksraum geholt tragen sie nach draußen. Da ist ein Spielplatz. Gleich daneben schöne Holzstühle. Picknick. Anna ist unheimlich glücklich. Rennt zwischen Rutsche, Schaukel, Sandkasten, Wippe und Picknick hin und her. 
  • 11:00 Uhr: Checkout. Anna lobt das Hotel:
Anna: "Hier ist alles ganz leicht für mich."
Papa: "Warum denn?"
Anna: "Das Potty (WC) ist niedrig."
Papa: "Und was noch?"
Anna: "Das Waschbecken ist niedrig."
Papa: "Kinderfreundliches Bad und ein Spielplatz. Fünf Sterne für das 'America's Best Value Inn' in Lusk."
  •  13:00 Uhr: Geocaching (Schatzsuche) in der Prairie. 90 Minuten Wanderung durch ein Gebiet das durch seine Bedeutungslosigkeit besticht und gerade deshalb so authentisch ist. Ein Minenfeld aus Kuh- und anderen Fladen sowie dutzenden Ameisenhäufen. Anna spielt Fangen mit den Erwachsenen, durchquert sogar einen Bach und hat einen Riesen-Spaß.
  • 15:00 Uhr: Weiterfahrt nach South Dakota. Kurz hinter der Staatsgrenze begrüßt uns ein Holzschild der Landfrauenvereinigung im Rindfleisch-Land: "Cattlewomen welcome you to beef country."  Sollte man in Deutschland auch einführen.
  • 15:30 Uhr: Wir werden arrogant und lassen einen ganzen Nationalpark namens "Wind Cave" einfach links liegen. Am Wegesrand liegen zwei wilde Büffel (die gestern waren ja auf einer Ranch), aber Anna sagt ganz trocken: "Sind ja nur zwei."


  • 16:00 Uhr: Die Arroganz bleibt und im Halse stecken als zwei wahrhaftige wilde Büffel mitten auf der Straße stehen. Einer bewegt sich ganz langsam direkt auf uns zu, dreht im letzten Moment ab und streift am Auto entlang an uns vorbei.
  • 17:00 Uhr: Picknick im Wald der jetzt die Prairie abgelöst hat. Es gibt eine in der Mikrowelle des naheliegenden Geschenkeladens aufgewärmte Suppe.
  • 17:45 Uhr: Anna und ihre Eltern streiten sich um die Musikauswahl. Vorgeschmack auf was in den kommenden Jahren noch auf uns zukommen wird. Ein Wiederkäuer der wie ein Hornochse aussieht grast auf einer Weise am Wegesrand.
  • 17:50 Uhr: Anna hat gewonnen wie man in dem Video hören kann das zeigt wie uns eine Gruppe Esel mitten auf der Straße neugierig beäugt. Thomas findet dass wir heute mehr wilde Tiere gesehen haben als auf allen USA-Reisen in den vergangenen sieben Jahren durch Kalifornien, Alaska und Hawaii. South Dakota is super! 
  • 18:06 Uhr:  Nach all den sturen Büffeln, Hornochsen und Eseln sichten wir durch eine Schneise im Wald zum ersten Mal die Top-Attraktion des Tages: Die in die Berge eingefrästen Köpfe von vier US-Präsidenten. Mount Rushmore, wir kommen!
  • 18:15 Uhr: Pause am Aussichtspunkt.
Mama: "Anna, wie heißt denn Dein Präsident?"
Anna: "Obama"
Mama: "Und magst Du den?"
Anna: "Nee, ich mag keine Männer."
  • 18:30 Uhr: Wir passieren einige spektakulären Spitzkehren die als "Schweineschwanz-Brücken" (Pigtail  Bridges) bezeichnet werden. Das sind ganz verquere Verkehrs-Konstruktionen wo gleich auf eine Brücke eine Spitzkehre folgt, nach der man unter der soeben überquerten Brücke durchfährt. Klingt kompliziert. Ist es auch. Nochmal Wikipedia:
A pigtail bridge is a type of road bridge, where the road curls and passes over itself. This allows the road to negotiate sharp changes in topography in limited space. Most pigtail bridges are found in the Black Hills of South Dakota, where they were first built.
  • 19:00 Uhr: Wir durchschreiten das Spailer der Fahnen bei Mount Rushmore ehe wir das monumentale Werk in seiner vollen Pracht aus nächster Nähe sehen. Schon beeindruckend. Anna erkennt George Washington von den Dollarscheinen wieder und unterhält die (teils Deutsch verstehende) Besuchergalerie mit ihren trockenen Bemerkungen:
Anna (über die Präsidenten): "Die gucken alle so ernst. Warum lachen sie nicht?"


  • 20:00 Uhr: Es ist jetzt dunkel draußen. Als Höhepunkt des Tages findet abends am Mount Rushmore eine Zeremonie zu Ehren der vier Prtäsidenten statt. Sehr patriotisch. Eine Führerin erzählt aus dem Leben jedes der vier Präsidenten. Es folgt ein erhebender Film. Dann wird das Monument von riesigen Scheinwerfern hell erleuchtet. Die Präsidenten erstrahlen am dinklen Nachthimmel. Soldaten und Veteranen werden auf die Bühne gebeten. Alle singen die Nationalhymne. 
  • 22:00 Uhr: Wir checken in unser Hotel das Thomas am Morgen gebucht hat ein. Das Holiday Inn Express ist Luxux-mäßig an der oberen Skala dessen was wir bisher hatten. Dafür ist unsere Nahrung heute abend genau das Gegenteil und doch irgendwie typisch für das Land hier: Wir füllen billige Becher von getrocknetem Macaroni & Cheese und asiatischer Trockensuppe mit heißem Wasser, stellen es kurz in die Microwelle. Fertig. Für drei Dollar werden vier Personen satt. Fragen über den Nährwert stellt man besser nicht. Aber über den Geschmack kann man eigentlich nichts Schlechtes sagen.
  • 0:00 Uhr: Anna schläft heute mal vor Mitternacht. Morgen steht eine Fahrt im historischen Dampfzug und die weitere Erkundung der Umgebung an. South Dakota ist so schön dass man eine ganze Woche hier verbringen könnte. Also bleiben wir noch eine Nacht hier im Hotel. Tags drauf geht's dann weiter Richtung Minnesota.
Annas Lieblingslieder von heute:


 Logbuch:
  • Kilometer heute: 287 km
  • Kilometer gesamt: 2732  km
  • Effektive Fahrzeit heute: 4:09 Stunden
  • Fahrzeit gesamt: 33:34 Stunden
  • Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 81.7 km/h
Die heutige Route:

 

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24.9.09

Tag 7: Büffel, Prairie und Schießgewehre

Auf dem Papier versprach unsere Zwischenetappe auf dem Weg von den Rocky Mountains zu Mount Rushmore eher langweilig zu werden. Aber manchmal sind es die kleinen Dinge die einen perfekten Tag ausmachen (Fotos und viele Videos in unserem Picasa-Album):
    • Ausschlafen!
    • Am Bett frühstücken mit frisch gebackenen Waffeln, Bagels, Muffins und - als krönender Abschluss der Boulder-Experience - natürlich den obligatorischen Bio-Kaffe

    • Dass Tanya das Schlimmste ihrer Erkältung endlich überstanden hat 
    • Dass uns Nicole - unsere Freundin aus Boulder - die nächsten paar Tage begleitet.
    • Mal abseits der großen Touri-Magnete das wahre Amerika entdecken. Zum Beispiel beim Spaziergang im Swetsville Zoo. Das ist kein normaler Zoo, sondern eine fantastische Ansammlung von aus Schrott zusammengeschweißten Dinos, Fabelfiguren und Skulpturen. Alle der Fantasie eine gewissen Bill Swets entsprungen und auf dessen Bauernhof ausgestellt. Leckeres Picknick im Schatten eines riesigen Käfers (dem von VW - siehe Fotos).

    • Eine Büffelherde hautnah erleben in der Terry Bison Ranch nahe Cheyenne, der Hauptstadt von Wyoming. Inklusive kleiner Zugfahrt über die Ranch, vorbei an Kamelen, Alpacas, stinknormalen Pferden, wilden Großhirschen und einer wahrhaftigen Büffelherde.

    • Eine Katze die uns als treuer Geselle über die ganze Ranch verfolgt, sich über ausgiebige Streicheleinheiten freut und am Schluss sogar noch einen Freund mitbringt.
    • Ein "Ritt" in den Sonnenuntergang der weiten Prairie, vorbei an Spuren der Planwagen der ersten Siedler und vielen interessanten und unterhaltsamen Schildern am Straßenrand. Nein, nicht mit den Pferd, sondern mit 250 Pferdestärken und 130 Sachen. Trotzdem schön. Anna hat's selig verschlafen. Die Büffel und Katzen hatten sie ausgelaugt.
     
    • Die vielen alten und neuen Traktoren, Landmaschinen, Werkstätten und Truck Stops die uns mehr als einmal zu dem Ausspruch veranlassen: "Schwager Thomas würde hier vor Begeisterung ausflippen."
    • Ein Hotel mit Planwagen auf dem Dach und Spielplatz im Hof zu finden.
    • Zimmernachbarn die ihr Auto mit Gewehr im Anschlag verlassen (es ist Jagdsaison) und ihr geschossenes Wild auf der Ladefläche ihres Pickups direkt vor unserem Zimmer grillen.
    • Superleckere Pizza wo man es am wenigsten erwartet: In einem Kaff das mit 1500 Einwohnern die Kreisstadt und die größte Siedlung in bestimmt 50 km Umkreis ist. Und (Schwager Thomas aufgepasst!) wo zur Lektüre beim Pizzaverzehr schöne Bücher über John Deere Traktoren, Harleys und Düsenjets ausliegen.




    Die heutige Route:
    
    Größere Karte anzeigen ("Sat" für Satellitenbild)
    Logbuch:
    • Kilometer heute: 433 km
    • Kilometer gesamt: 2445 km
    • Effektive Fahrzeit heute: 4:24 Minuten
    • Fahrzeit gesamt: 29:25 Stunden
    • Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 83.8 km/h
    • Durchschnittsverbrauch bisher: 11 Liter/100 km 
    • Gesamtverbrauch: 72 Gallonen = 272 Liter Normalbenzin
    • Spritkosten bisher: $195 (=140 EUR)

    Tag 6: Endlich echte Einheimische!

    Nationalparks sind ja schön und gut, aber irgendwann will man auch wieder unter richtige Menschen und endlich erleben wie es sich im Herzen Amerikas so lebt. So geht es uns jedenfalls, und genau das haben wir heute an unserem Ruhetag in Boulder (Colorado) auch bekommen: Endlich echte Einheimische und nicht das zwanzigste pensionierte Lehrer-Ehepaar aus Schweinfurt das man in den Nationalparks trifft.
    Hatten wir gestern noch getönt dass die Uhren ganz anders gehen als in Kalifornien, bietet sich in Boulder ein viel vertrauteres Bild. Riesen-Uni, viele Technologiefirmen die "irgendwas mit Medien", Informationstechnologie oder Umwelt machen. Alles ziemlich alternativ und doch bodenständiger als im abgehobenen Kalifornien. Es ist hier ein bisschen so als ob man den Berliner Szene-Bezirk Prenzlauer Berg nach Oberbayern verpflanzt, allen Leuten Wanderschuhe und Goretex-Hosen verpasst, alle Volvo Kombis durch Subaru Outbacks, alle Holland-Räder durch Mountainbikes und alle sanierten Altbauwohnungen durch Einfamilienhäuser ersetzt.

    Ein Ford verloren im Meer der allgegenwärtigen Subaru Kombis.
    (Klick für's komplette heutige Album mit Fotos und Videos)


    Was übrig bleibt ist eine Insel von Ökos, Alternativen, Naturliebhabern, Wissenschaftlern, Studenten und Technik-Freaks die fanatisch ihren Müll trennen, Rad und Subaru Kombi fahren und am Wochenende mit den Kids im Schlepptau die Natur erkunden.  Im Herzen der Stadt natürlich zwei Bio-Supermärkte. Unser Hotel bietet Bio-Kaffee zum Frühstück und hat ein Recycling-Credo zum WiFi Password erkoren. Die Pizzeria um die Ecke arbeitet mit Wind- und Solarstrom und hat Gluten-freie Teigwaren im Angebot. Noch Fragen?



    Die Einheimischen also. Da wären zum Beispiel Doug und Melissa mit ihrer dreijährigen Tochter Beth. Er Ingenieur, sie Autorin. Hobby: Radfahren. Transportmittel: Ein grüner Subaru Outback (von denen es laut Michelle "tausende" in Boulder gibt). Wohnung: Ein Haus im Grünen. Anna freundet sich in Windeseile mit Beth an. Die beiden klettern über alle möglichen Felsformationen und Statuen die extra für Kinder in der hübschen Fußgängerzone eingerichtet sind. Danach gibt's echte Colorado-Pizza bei Beau Jo's. Der Clou: Auf die extra-dicke Kruste schmiert man Honig und isst sie zum Nachtisch.  Anna schmeckt's, aber noch besser findet sie das Versteckspiel mit Beth unter dem Tisch. Ein süßes Video von den beiden gibt's hier.

    Oder Kabir, der sein Skateboard in orientalische Stoffe einwickelt und den Papa und Anna beim Kurzbesuch im "Junk Art Garden" treffen als Mama mit Nicole Wäsche wäscht. Junk Art Garden  ist neben Mork und Mindy's Haus aus "Mork vom Ork" eine der verrückteren Atrtraktionen hier und irgendwie "typisch Boulder". Da hat jemand das allgegenwärtige Recycling ganz neu interpretiert und einfach den Vorgarten und das Dach seines heruntergekommenen Hauses mit Kunst aus Sperrmüll verziert. Kabir ist neu hier und findet's total interessant weil er "mit der Gemeinde in Kontakt treten will". Er ist gerade ins Tee-Geschäft eingestiegen und versucht Tees aus fairem Handel mit Sri Lanka (und bald auch Vanillebohnen aus Costa Rica) feilzubieten. Nebenbei verdingt er sich noch als Yoga-Therapeut und als Weber. Wirklich: Noch Fragen?



    Am Abend besuchen wird dann wieder Nicole und Miodrag, die Planetenforscher und Saturn-Spezialisten die wir schon seit Potsdamer Zeiten kennen. Miodrag holt den aus seiner Heimat importierten Slivowitz heraus und instruiert uns Ex-und-Hop Deutsche in der Kunst den Pflaumen-Brandy langsam und in kleinen Schlucken zu verdrücken. Wir unterhalten uns über künstliche Intelligenz, die Vorteile von LaTex gegenüber Word und über die Vor- und Nachteile diverser Computer-Betriebssysteme. Immer noch Fragen?
    Morgen geht's in Richtung South Dakota wo dann z.B.  die in den Berg gehauenen Präsidentenköpfe des Mount Rushmore anstehen. Die Herausforderung: Was machen wir auf dem Weg? Ein Blick auf Landkarte und Reiseführer zeigt nämlich sechs Stunden gähnende Leere in Wyoming, dem bevölkerungsärmsten Bundesstaat der USA. Aber die große Weite an sich ist ja auch eine Attraktion. Wir freuen uns schon.

    Logbuch:
    • Kilometer heute: 27 km
    • Kilometer gesamt: 2021 km
    • Effektive Fahrzeit heute: 59 Minuten
    • Fahrzeit gesamt: 25:01 Stunden
    • Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 81.2 km/h
    • Durchschnittsverbrauch bisher: 11 Liter/100 km 
    • Gesamtverbrauch: 58 Gallonen = 220 Liter Normalbenzin
    • Spritkosten bisher: $158 (=110 EUR)

    23.9.09

    Tag 5: Schneestürmle zum Herbstanfang

    In Colorado, so stellen wir nach unserer ersten Übernachtung gleich hinter der Staatsgrenze fest, gehen die Uhren noch anders als in Kalifornien.  Traditionelle Rituale bei der Beschaffung und dem Austausch von Informationen sind hier weitaus verbreiteter als in Hollywood und Silicon Valley. Szene in der Lobby unseres Hotels.
    Ältere Dame Mitte 70 erzählt ihrer Freundin: "Es ist der kälteste Herbstanfang seit 30 Jahren hier. Es hatte sogar Frost heute nacht.""
    Da ist unsereins mit seinem Laptop (natürlich von Apple) an einem reich verzierten Mahagoni-Tisch drahtlos in die ganze Welt vernetzt, skypt mit Kollegen über die neuesten Verträge, tauscht sich via Facebook mit ehemaligen Schulkameraden über die Bundestagswahl im Allgemeinen und das Befinden der Eltern im Besonderen aus. Man checkt so ganz nebenbei online den Zustand aller Straßen auf der Route von heute und bucht ein Hotel für die nächsten zwei Nächte. Und das ohne auch nur einmal aufzustehen oder auch nur zum Telefonhörer zu greifen. Aber das von den 30 Jahren steht da nirgends.
    Thomas ist neugierig und fragt freundlich: "Wo haben Sie das denn gehört?"
    Ältere Dame antwortet: "Vom Wettermann."
    Wer auch immer dieser "Wettermann" ist - er hat der Dame diese wertvolle Information gewiss nicht auf ihren Blackberry getwittert. Die Senioren am Fuße der großen Berge verlassen sich auf althergebrachte Methoden der Kommunikation: KJC8 - der lokale Fernsehsender. Thomas entscheidet sich sodann die Information unverifiziert in seinem Blog zu verbreiten und damit zum Faktum zu erheben. Womit obige Episode eine handfeste Fallstudie über den gegenwärtigen Umbruch und die damit verbundene Krise unserer Medienlandschaft abgibt. Aber das nur am Rande.

    Grand Vista auf die große Kreuzung

    Nach der Pancake-Packung vom Vortag entscheiden wir uns für ein Picknick auf dem Teppich unseres Hotelzimmers im 6. Stock. Man muss doch den wunderbaren Panorama-Blick des "Grand Vista Hotel" ausnutzen. Im Blickfeld zu unseren Füßen: Die Stadt die den treffenden Namen "Grand Junction" ("große Kreuzung") trägt. Das Stadtbild ist geprägt von den obligatorischen wie an einer Perlenschnur aneinandergereihten Hotels, Motels und Restaurantketten mit ihren glitzernden Leuchtreklamen. Anna war zu oft in Las Vegas. "Papa, da sind Casinos!", ruft sie aufgeregt während sie zufrieden auf dem Fußboden hockt und Weintrauben verspeist.

    Die geplante Route über diverse Passstraßen in den Rocky Mountains fällt dem Wettergott zum Opfer. Angesichts von Straßenzustandsberichten wie "Eis, Schnee, Nässe" entscheiden wir uns für die direkte Route auf der großen Interstate Nummer 70. Langsam aber stetig erklimmen wir die Rocky Mountains und stellen alsbald fest dass auch diese Bezeichnung ("felsige Berge") äußerst zutreffend ist. Links und rechts tun sich imposante Schluchten auf während der Colorado River stromaufwärts immer schmaler und verwinkelter wird. Und als der Fluss verschwindet tauchen wir langsam in die Regenwolken ein. Ein paar Meilen weiter dann schon leichter Schneefall.  Nichts Wildes. Mit knapp 100 km/h erklimmen wir den Vail-Pass. Ein paar Fotos nahe des Gipfels. Man will ja dokumentieren dass man Schnee gesehen hat. Imposant: Der Eisenhower-Tunnel den wir durchqueren. Auf knapp 3500 Meter Höhe durchschneidet er die Rockies auf 2.7 Kilometern länge. Wahrlich ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Der Discovery Channel, wo wir das mal gesehen haben, muss es ja wissen. Anna bekommt von alledem nichts mit. Sie schläft. Mama auch. Sie hat sich wegen einer Erkältung mit Wick zugetröhnt.

    Good News: Heizung und Scheibenwischer funktionieren

    Bergab Richtung Denver nimmt der Schnee wieder ab. Wir treffen auf unsere alten Potsdamer Freunde Nicole und Miodrag die jetzt in Boulder - unserer nächsten Station - leben. Sie führen uns 20 km bergauf zu einem Bergsee der - wenn er nicht gerade wie heute in Nebel gehüllt ist - ein wundervolles Panorama bietet. Während einer kleinen Runde zu Fuß um den See setzt doch tatsächlich ein Schneestürmle ein und beschert uns innerhalb weniger Minuten eine einigermaßen geschlossene Schneedecke auf der Straße. Bedingungen die unser Wagen in seiner Funktion als Dienstfahrzeug in der Mordkommission von Orange County (bekannt aus Film und Fernsehen als "O.C.") bestimmt noch nicht gesehen hat. Jetzt wissen wir auch dass Heizung und Scheibenwischer gut funktionieren und die Reifen den Aufdruck "M+S" einigermaßen verdienen.



    Annas geliebte Wanderungen mussten wetterbedingt heute leider ausfallen. Entsprechend schlecht gelaunt ist sie gegen abend. Aber dass man beim Dinner im äthiopischen Restaurant auf Kinder-kleinen Stühlen Platz nimmt (und tanzen kann), Papaya-Saft bekommt und mit den Händen im Essen rumgreifen soll ist ein großer Hit. Tag gerettet!



    Trotzdem fällt Annas Fazit des heutigen Tages genauso nüchtern aus wie die Fotos im Fotoalbum:
    Papa (nachdem er eine Gutenacht-Geschichte vorgelesen hat): "Was hat Dir denn heute gefallen?"

    Anna: "Mir war immer langweilig." (langweilig ist für Anna Synonym für alles was keinen Spaß macht)

    Papa: "Was war Dir denn langweilig."

    Anna: "Der Schnee."

    Papa: "Warum denn das?"

    Anna: "Der hat in meinen Augen gekitzelt."
    Ich muss schmunzeln: Halt doch ein echtes California Girl, die Kleine. Ein langer Tag im Auto bei miesem Wetter. Dafür steht morgen in Boulder volles Kinderprogramm auf der Tagesordnung.

    Die schneereiche Route heute:
    

    Größere Karte hier (Tipp: Auf "Sat" für Satellitenbild klicken)


    Logbuch:
    • Kilometer heute: 483 km
    • Kilometer gesamt: 1994 km
    • Effektive Fahrzeit heute: 6:11 Stunden
    • Fahrzeit gesamt: 24:02 Stunden
    • Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 83.5 km/h

    21.9.09

    Tag 4: Pancakes und Arches

    Wieder einmal die Frage: Woran erkennt man dass man endgültig Kalifornien hinter sich gelassen und im Herzen Amerikas angekommen ist? Antwort heute: Die Pancakes sind auf einmal doppelt so groß (wir hatten 2 zum Frühstück und haben davon zu dritt nur einen geschafft). Und wenn man nach Obst fragt zuckt die Bedienung nur mit den Schultern und sagt "ich könnte ein bisschen Wassermelone von der Salatbar bringen."

    Wie gut dass wir nach Steak gestern und Pancakes heute früh zum Dinner eine Reservierung bei einem Thai-Restaurant hatten. Vegetarische Gemüsepfanne, brauner Reis, Hühnchen und Suppe. Zum Nachtisch Reis mit Mango. Und das alles für schlappe $22 (15 Euro) dank der vorab im Internet geschossenen Restaurantgutscheine.
    Ach ja, abgesehen von kulinarischen Attraktionen standen heute die Arches im gleichnamigen Nationalpark auf dem Programm. Wir finden die majestätischen von Wind und Wetter in rote Felsen gefrästen Bögen sind eine der schönsten Sehenswürdikeiten der USA. Anna war schwer begeistert wie die neuesten Bilder und ganz süßen Videos in unserem Album zeigen:


    Alle Bildeindrücke von Tag 4 gibt's hier im Fotoalbum

    In der Abenddämmerung gab's entlang des Colorado River dann die wohl letzten roten Steine dieser Reise. Vorbei am grünen Flußufer, Ranches, Pferdekoppeln und Geisterstädten. Zwar nicht weltberühmt aber ein echtes Highlight.

    Jetzt haben wir die Grenze zu Colorado überquert und nächtigen am Fuße der Rocky Mountains, die wir morgen erklimmen werden (per Auto, versteht sich). Unsere Freundin Nicole, die dort wohnt und in Boulder als vierter Passagier zusteigen wird, hat gerade vom ersten Schneesturm des Jahres berichtet. Die Straßen die wir fahren werden sind aber zum Glück frei. Aber gut möglich dass jetzt weiß statt rot die Bilder dominieren wird.

    Die heutige Route:


    Größere Karte bei Google Maps. Tipp: Mal auf "Sat" oben rechts klicken und ein Satellitenbild der Route ansehen.



    Logbuch:
    • Kilometer heute: 308 km
    • Kilometer gesamt: 1511 km
    • Effektive Fahrzeit heute: 4:01 Stunden
    • Fahrzeit gesamt: 17:51 Stunden
    • Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 85 km/h

    20.9.09

    Tag 3: Rindviecher und noch mehr rote Steine

    Woran merkt man dass man im "echten" Herzen von Amerika angekommen ist? Wenn Rindviecher die Fahrbahn kreuzen und es sich dabei nicht um kalifornische Airheads (Luftikusse) oder verträumte Deutsche Touristen handelt (haben wir schon erwähnt dass uns die Dichte an Deutschen extrem an Mallorca erinnert?). Richtige, echte, leibhaftige Rinder. Angekündigt von entsprechenden Straßenschildern und in den Aspahlt eingelassenen Gittern grasen sie frei von Zäunen am Straßenrand und streunen sogar im Wald herum. Fröhlich und frei.


    Aus dem Album Pazifik-Atlantik


    Bei soviel Rindfleisch am Straßenrand des National Byway "Highway 12" der durch Utah führt konnten wir natürlich nicht widerstehen und ein saftiges Steak verspeisen:



    Aus dem Album Pazifik-Atlantik

    Die Route heute führte uns von Bryce Canyon (einer dem Grand Canyon relative ähnlichen Schluchten-Landschaft) am National Byway 12 (Details zu dieser wunderschönen Straße gibt's hier) durch Utah zum Capitol Reef Nationalpark. Noch mehr rote Steine, die wir dann bei Sonnenuntergang genossen.


    From Pazifik-Atlantik

    Die heutige Route:


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    Logbuch:
    • Kilometer heute: 371 km
    • Kilometer gesamt: 1203 km
    • Effektive Fahrzeit heute: 4:47 Stunden
    • Fahrzeit gesamt: 13:50 Stunden
    • Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 88 km/h

    19.9.09

    Tag 2: Lauter rote Steine und vier Staaten in 24 Stunden

    Wenn wir so weiter machen brauchen wir nicht drei sondern eine Woche um die USA zu durchqueren. Vor einem Tag waren wir noch zuhause in Kalifornien. Inzwischen haben wir nicht nur unseren Heimatstaat hinter uns gelassen sondern auch Nevada und Arizona. Heute ging's von Las Vegas durch die Wüste nach Utah. Nicht jedoch ohne nochmal echte Las-Vegas-Luft zu schnuppern. Sin City ist berühmt für seine opulenten und leckeren Buffets, und wir waren zum Brunchen im Bellagio. Da gab's alles von Pizza über Müsli, Shrimps, Steak bis hin zu Entenkeule in Aprikosen-Sauce - Anna mochte "alles" sagt sie gerade.
    Unser Ziel in Utah war der Zion National Park - eine wunderschöne Landschaft aus rötlich schimmernden Felsen und Schluchten. Anna hat zwei neue und typisch Deutsche Hobbies: Wandern und Fotografieren. "Kinder brauchen Bewegung", sagt sie und rennt durch die Schlucht. Zwischendurch fordert sie immer wieder die Kamera ein und schießt ganz respektable Fotos. Die Zahl der Deutschen in Zion erinnert einen übrigens fast an Mallorca.


    Zum ganzen Album Pazifik-Atlantik

    Und noch etwas hat Anna verinnerlicht: Den Spirit des klassichen, uramerikanischen "Roadtrip". Kaum sind wir im Hotelzimmer angekommen, tönt es auch schon:
    Anna: "Und was kommt als Nächstes."

    Mama: "Morgen machen wir Bryce Canyon. Das ist eine große Schlucht wie der Grand Canyon."

    Anna: "Und was kommt dann?"

    Mama: "Der Arches Nationalpark. Das sind große Bögen aus roten Steinen."

    Anna: "Und dann?"

    Mama: "Dann fahren wir nach Colorado zu den Rocky Mountains und besuchen Nicole."

    Fortsetzung folgt ...

    Ab morgen verlangsamt sich dann auch die Reisegeschwindigkeit. Jetzt haben wir fast alles das wir schon kennen hinter uns und fangen mit unserer gemütlichen Entdeckungsreise quer durch die USA richtig an.

    Logbuch:
    • Kilometer heute: 412 km
    • Kilometer gesamt: 832 km
    • Effektive Fahrzeit heute: 4:51 Stunden
    • Fahrzeit gesamt: 9:03 Stunden
    • Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 94 km/h 
    Die Route von heute:


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    Tag 1: Vegas, Baby!

    Jetzt sind wir also tatsächlich unterwegs. Die ersten 420 Kilometer von insgesamt über 6500. Eine blecherne Karawane roter Lichter zieht sich wie eine Schnur durch die lauwarme Wüstennacht. Wir mittendrin. Fast alle haben am „Getaway Friday“ das gleiche Ziel: Las Vegas, Entertainment Capital of the World. Noch 200 Kilometer. Wir sind seit etwas über zwei Stunden unterwegs. Halbzeit. Der V8 summt kaum hörbar. Im Radio dudeln die Black Eyed Peas „I got a feeling“. Bei der Dunkelheit sieht man leider nichts von der Landschaft, also hat sich Anna Papas iPhone geschnappt und gibt es nicht mehr aus der Hand. Papa hat all ihre Lieblings-CDs draufgepackt. Knapp 20 Stunden beste Kinderunterhaltung. Heute gibt’s zuerst Janosch. Dann werden mit der der „Make-a-Face“ App lustige Gesichter gebau und zwischendrin eine Banane und ein Reiskeks verspeist.


    Zum ganzen Album Pazifik-Atlantik

    Zwischenstopp in Baker, dem letzten kalifornischen Kaff am Freeway. Erste Sehenswürdigkleit unseres dreiwöchigen Trips ist das größte Thermometer der Welt. Es ist zehn Uhr abends und es zeigt 93 Grad Fahrenheit (34 Grad Celsius) an. Anna hat andere Sorgen: „Warum gehen wir nicht nach Las Vegas“, fragt sie. „Nur eine Pause“, sagt Mama.
    90 Minuten später ist es soweit: Las Vegas bei Nacht. Schon 70 Kilometer vorher sah man den hell erleuchteten Himmel am Horizont und zahllose Werbeplakate am Straßenrand – jetzt sind wir endlich da. So oft gesehen und immer noch Wahnsinn. Wir machen noch schnell Station beim Bellagio-Hotel. Die Wasserspiele am Teich dort muss man einfach gesehen haben.

    Frage des Tages: Haben wir unser Kind zum verwöhnten Snob erzogen?
    Papa: „So, ich habe ein Hotel in Las Vegas gebucht.“

    Anna: „Welches Hotel?“

    Papa stolz auf den guten Deal den er bekommen hat: „Extended Stay. Nur 44$, mit Küche damit wir uns was kochen können.“

    Anna macht eine Schnute: „Ich will aber zu Caesar’s Palace.“ (da waren wir bei unserem letzten Vegas-Trip im April untergebracht)
    P.S.: Anna hatte natürlich Recht. Für 44$ gibt es in Las Vegas die erste Kakerlake des Trips gratis dazu.




    Logbuch:
    • Kilometer heute: 420 km
    • Kilometer gesamt: 420 km
    • Effektive Fahrzeit: 4:12 Stunden
    • Durchschnittsgeschwindigkeit: 104 km/h
    • Benzinverbrauch:halber Tank
    Die heutige Route:

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    11.9.09

    Kinder-Frust auf Denglish

    Papa und Anna an der Tankstelle (Cruiser auftanken).
    Anna: "Ich möchte etwas trinken."

    Papa: "Was denn?"

    Anna: "Was immer ich will!"

    Papa: "Was willst Du denn immer? Milch?".

    Anna (den Tränen nahe): "Nein! Was immer ich will." 

    Papa macht verzweifelt immer neue Vorschläge: Wasser, Saft, Tee.

    Anna (mehrfach, immer energischer): "Nein! Was immer ich will!"

    Tränen kullern. Ein Bündel tieftraurig-frustriertes Elend heult im Kindersitz.

    Papa, langsam am Ende seines Lateins, hat eine Eingebung: "Meinst Du 'whatever'?"

    Anna schluchzt: "Ja!"
    Es war ihr schlicht und einfach egal. Ist doch klar: 'Whatever' heißt auf Deutsch 'was immer'. Denglische Missverständnisse im zarten Kindesalter.

    Aber die Virtuosin der Denglischen Sprache ist immer noch Gayle Tufts:



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    10.9.09

    Unser Police-Cruiser ist da - direkt aus Hollywood

    Klar: Wer die USA stilecht durchqueren will braucht ein entsprechendes Auto. Blubbernder V8, durchgehende Sitzbank, Lenkradschaltung, Heckantrieb, Riesen-Kofferraum und eine gehörige Portion Americana. Seit heute sind wir also stolze Besitzer eines gebrauchten Police Cruisers. Ford Crown Victoria, Baujahr 2001, 130000 Meilen, vormals Dienstfahrzeug eines wahrhaftigen Detectives. Wie die im Film. Und filmreif ist auch der Ort wo wir das Schmuckstück erstanden haben. Beim "Motion Picture Vehicle Service" stehen über 150 von der Sorte in allen Farben und Varianten. Darüber dieser Tage denn ein ausführlicher Bericht.


    9.9.09

    Sparsam schlemmen mit Restaurant.com

    Da freut sich der sparsame Exil-Schwabe und Hohenloher: Über den Newsletter von www.travelzoo.com (eine sehr nützliche Seite für Reise-Deals) haben wir heute die Verpflegung während unserer Reise um $200 günstiger gemacht. Sonderaktion bei www.restaurant.com: Ab 9.9.09 gibt es für 99 Stunden 90% Rabatt auf Restaurant-Gutscheine in ganz Amerika.

    Das Ergebnis: Für schlappe $10 haben wir zehn Gutscheine im Gesamtwert von über $200 für Restaurants in Los Angeles, Utah, South Dakota, Chicago und Detroit geschossen. Steak, Pizza, Thai - alles dabei. Dank Abgleich mit www.yelp.com (Restaurant-Kritiken) sollte es auch keine bösen Überraschungen geben. Wir sind gespannt.

    Für das leibliche Wohl ist jedenfalls schonmal bestens gesorgt. Morgen geht's an den Autokauf.

    Zum Thema Essen in den USA bei Amazon.de:

    6.9.09

    Pimp my Navi: Bei ALDI piept's

    Landkarten sind sowas von gestern! Zwar haben auch wir knapp zwei Wochen vor Abfahrt einen Stapel auf dem Küchentisch liegen, doch der moderne Kontinenten-Durchquerer verlässt sich auf elektronisches Spielzeug. Und stellt bei der Vorbereitung fest dass sein Garmin Nüvi 760 mehr kann als nur den besten (na ja ...) Weg von  A nach B oder die nähesten Restaurants zu finden. Klingt erstmal nach langweiliger Vorausplanung die jegliche Spontanität im Keim erstickt, erreicht aber genau das Gegenteil. Egal welche spontanen Extratouren uns einfallen werden: Unser gepimptes Navi meldet sich künftig automatisch wenn interessante Sehenswürdigkeiten in der Nähe sind. Langwierige Vorausplanung und abendliches Studium diverser Reiseführer war gestern.

    Die USA als POI im GPS


    Diese Wegpunkte muss man sich noch nicht mal selbst zusammenstellen. Im Internet gibt's jede Menge tolle Verzeichnisse die man sich mit einer Software namens Garmin POI Loader auf's Navi spielen kann.

    Unsere Favoriten auf www.poifactory.com und http://www.travelbygps.com:
    • Die sehenswertesten Stellen (z.B. Aussichtspunkte, Besucherzentren) in den Nationalparks und diverse weitere Sehenswürdigkeiten. Nüvi gibt Alarm wenn was in der Nähe ist.
    • Ein Verzeichnis von 8000 Attraktionen der etwas ungewöhnlichen Art (von den Wohnhäusern der Hollywood-Stars wie Doris Day bis hin zum Geschenkartikelladen des örtlichen Leichenbeschauers oder verrückt aussehenden Gebäuden)
    • Verzeichnisse diverser Restaurant- und Supermarktketten (falls wir wider Erwarten Aldi vermissen piept unser Nüvi fortan wenn sich einer in 5 km Umkreis befindet)
    • Ganze geführte Touren mit Ton und Bild, die sich aufs Navi spielen lassen. Beispiel:  Entlang des Mississippi in Minnesota.
    • Schwager Thomas wird's besonders freuen:  Eine Übersicht der besten Truck Stops für gute und günstige Verpflegung und echtes Highway-Feeling.
    Bei Amazon.de: