3.10.09

Tag 16: Wolkenkratzer-Schluchten in Downtown Chicago



Die Tourismus-Broschüre im Hotelzimmer trifft den Nagel in Sachen Klima in Chicago auf den Kopf:
6 Monate im Jahr leiden wir unter frostigen Temperaturen und sehnen den Frühling herbei. Die anderen sechs Monate leiden wir unter unerträglicher Hitze und Luftfeuchtigkeit und sehnen das Ende des Sommers herbei.
So gesehen hatten wir heute Glück. Mittlere Temperaturen und Wolken erlauben es uns das Gewühl an Straßen, Tunnneln, Unterführungen und Wolkenkratzern das sich Downtown Chicago nennt bei Tageslicht zu erkunden. Unser Hotel ist super zentral gelegen, und so laufen wir nur 5 Minuten zum berühmten Navy Pier und die Wolkenkratzer-Schluchten entlang. Anna ist heute sehr müde (kein Wunder wenn man erst um Mitternacht ins Bett geht), weshalb größtere Unternehmungen nicht drin sind. Die Flußfahrt mit dem Ausflugsdampfer ist ausverkauft und für's Kindermuseum ist Anna zu müde. Dampferfahrt kommt morgen früh, Kindermuseen gibt's noch genug auf dem Weg.
Dafür treffen wir zum Mittagessen Tanyas guatemaltekische Schulfreundin Astrid samt Ehemann Jerry und Baby Ian. Sie haben sich etwas außerhalb von Chicago in Indiana angesiedelt. Das Ziel: Pizza Uno. Hier wurde die berühmte Chicago Pizza erfunden. Pizza wird hier in der Pfanne fast eine Stunde lang gebacken und hat einen extra-dicken Boden. Unsere Wahl - die Spezialität des Hauses - ist einen halben Finger dick mit Wurst belegt. Es folgt eine Lage Käse und dann Salami, Schinken, Pilze, Paprika. Aber wir vermögen es nach der Mahlzeit kaum zuzugeben: Richtige Fans sind wir nicht. Im Glaubenskrieg der Pizza-Anhänger (New York Style Pizza oder Chicago Style Pizza) sind wir geschlossen auf der New Yorker Seite.




Dann fängt es an zu regnen. Wir rennen zurück ins Hotel und verbringen den restlichen Tag mit diesem und jedem: Rückflug von New York aus buchen (nächsten Samstag), Verkaufsanzeige für den Wagen verfassen (obwohl wir immer noch debatieren ob wir eine Münze werfen sollen wer denn das Auto zurückfahren darf und wer mit Anna fliegt), Wäsche waschen, kostenlosen Cocktail beim Empfang im Hotel abstauben, Blog schreiben, eine Runde im Hotel-Pool planschen. Ein entspannter, am Nachmittag dann verregneter Samstag im Herzen Chicagos. Fühlt sich gut an.

Morgen soll das Wetter besser werden. Dann will Tanya endlich die Schiffahrt auf dem Fluß die man aus so vielen Filmen (z.B. Ferris macht blau, Trennung mit Hindernissen, Auf der Flucht) kennt machen. Danach geht's auf in den Rust Belt (Rostgürtel) Amerikas. Erst nach Michigan wo die Autoindustrie in Ruinen ist und unsere vormals kalifornischen Freunde Nicolle und Tim ein zuhause gefunden haben. Dann nach Ohio und Pennsylvania wo die Schwerindustrie bessere Tage gesehen hat.

1 Kommentar:

  1. In the first photo you can see The Gleacher Center (downtown campus of Booth School of Business). Darn, I should have asked you to pick up a tshirt for B - all his are old school GSB.

    I think the best Chicago style pizza is at Zachary's Pizza in Berkeley, California.

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