26.9.09

Tag 9: Howdy, Häuptling, Harz

Howdy! (so begrüßt man sich hier):

Tanya hat heute eine messerscharfe Beobachtung gemacht:
"Wir planen es zwar nicht, aber irgendwie landen wir immer da wo die ganzen Rentner sind."
Heute also Rentner-Programm in den Black Hills von South Dakota. Das muss man sich ungefähr so vorstellen als ob jemand in einem Deutschen Mittelgebirge ein paar berühmte Gesichter  in den Fels geschlagen hätte. So als ob einen irgendwo hinter einer Kurve im Harz (auch so ein Ort wo man viele Rentner trifft) auf einmal die Gesichter von Bismarck, Friedrich Ebert und Konrad Adenauer anstarren. Na ja, im Harz findet man nicht unbedingt einen "Horse Thief Lake" (Pferdedieb-See). Auch einen Campingplatz mit Familie-Feuerstein-Thema wird man ebensowenig antreffen wie die Werbung in einem Restaurant "Lassen Sie die Motorradbraut in sich heraus." Aber sonst passt's schon.

Anna ist was die Präsidenten betrifft übrigens schon ganz Profi. Auf dem Weg zu unseren heutigen Ausflugszielen haben wir vom Highway aus im Vorbeifahren Ausblick  auf das Profil eines der vier Herren ("Profile View"). 
Mama: "Guck' mal hoch, Anna!"
Anna (ganz cool): "Ja, da ist George Washington."
Aber die vier Präsidenten sind Pipifax im Vergleich zu dem was wir heute gesehen haben. Genauer gesagt: Wie das was wir heute gesehen haben in 50 Jahren aussehen wird. Gestatten: "Crazy Horse", seines Zeichens Kriegshäuptling der Sioux-Indianer.



Hier entsteht seit sechs Jahrzenten die größte Skulptur der Welt. Crazy Horse und sein Pferd. 195 Meter hoch und 172 Meter breit. Die vier Präsidenten würden in den Bereich hinter dem Kopf von Crazy Horse locker reinpassen (rechts von Tanyas Kopf im Foto). Der Wahnsinn daran: Das ist ein Familienbetrieb ohne Staatsknete, fortgeführt von sieben der zehn Kinder des ursprünglichen Bildhauers. Fünf Männer arbeiten täglich am Denkmal und sprengen, meißeln, formen. Alleine für den Kopf des Pferdes sind die nächsten sieben (!) Jahre veranschlagt. Bis alles fertig ist vergehen nochmal mindestens vier Jahrzehnte. Als Souvenir haben wir aus dem Berg gesprengte Steine bekommen. Inklusive Warnung: "Enthält Spuren von Dynamit - beim Fliegen nicht ins Handgepäck nehmen." 

Überhaupt sind die Leute in South Dakota enorm findig was das Ankurbeln des Fremdenverkehrs betrifft. Überall gibt es kleine Museen, originelle Ausstellungen und dergleichen. Alles auch sehr familienfreundlich. Oft weitaus familienfreundlicher als wir das aus Kalifornien kennen.

In Deadwood, einer alten, charmanten Goldgräberstadt essen wir dann endlich auch mal Rind und schauen es uns nicht nur an. Lecker Sirloin-Steak mit Backkartoffel, gedünstetem Gemüse, Broccoli-Creme-Suppe und Kartoffelpüree. Warum gibt es so etwas eigentlich nicht in Pasadena wo wir wohnen und alle Steakhäuser entweder runtergekommen oder übermäßig fein sind.


Deadwood ist Schauplatz des Todes von Poker-Legende "Wild Bill" und ein Ort in dem man auch mal mit Kind in einen richtigen Saloon mit Sägemehl auf dem Boden gehen kann. Echt cool!



Alles in Allem ein entspannter Tag den Anna und Tanya im Pool unseres Hotels ausklingen lassen bevor wir morgen die große Weite in Richtung Minnesota durchqueren. In zwei Tagen werden wir in Minneapolis von unseren Freunden Jen und Jerry erwartet. Das ist knapp 1000 km von hier entfernt.

Logbuch:
  • Kilometer heute: 244 km (fühlte sich viel weniger an)
  • Kilometer gesamt: 2976 km
  • Effektive Fahrzeit heute: 3:34 Minuten
  • Fahrzeit gesamt: 37:08 Stunden
  • Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 80.5 km/h
  • Durchschnittsverbrauch bisher: 11.1 Liter/100 km 
  • Gesamtverbrauch: 88 Gallonen = 333 Liter Normalbenzin
  • Spritkosten bisher: $235 (=163 EUR) 
Die heutige Route:

Größere Karte ("Sat" für Satellitenbilder)

1 Kommentar:

  1. In Minneapolis, my friend (a native) recommends The Children's Museum. She has a son a little younger than Anna, and he loves it. Great place for the under 5 crowd. She told me it is well thought out so parents can't lose their kids.

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