25.9.09

Tag 8: Hornochsen, Esel, Präsidenten

Wer hätte gedacht dass uns gerade dieses gottverlassene Stück Prairie so gut gefallen würde? Mehr Fotos und vor allem Videos wie immer in der Picasa-Galerie (hier haben sie einfach keinen Platz).
Wyoming [waɪˈoʊmɪŋ] ist mit gut 500.000 Einwohnern der bevölkerungsärmste Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika und nach Alaska der Bundesstaat mit der zweitgeringsten Bevölkerungsdichte. Der Bundesstaat ist etwa 30 Prozent kleiner als die Bundesrepublik Deutschland und damit in etwa so groß wie Großbritannien oder Rumänien, hat jedoch nur etwa so viele Einwohner wie Hannover. Er liegt im Westen der Vereinigten Staaten und steigt von den Great Plains Ost-Wyomings zu den Rocky Mountains hin an.
Quelle: Wikipedia
  • 9:00 Uhr: Der Wecker (besser gesagt die Wecker-App auf dem iPhone) klingelt. Es schlafen alle noch. Schlummerschaltung.
  • 9:10 Uhr: Der Wecker klingelt wieder. Die Erwachsenen stehen auf. Anna schläft tief und fest. letzte nacht ist sie erst um 1 Uhr morgens (!) eingeschlafen.
  • 9:13 Uhr: Alle drei Erwachsenen sitzen an ihren Computern, checken E-Mails. Tanya startet einen Video-Chat mit ihrer Mutter, Thomas bucht das Hotel für die nächsten zwei Nächte.
  • 10:15 Uhr: Anna wurde sanft aber bestimmt geweckt und hat sich nach anfänglichen Tränen  beruhigt. Sie trägt heute ein Karo-Hemd das ihr Papa aus Texas mitgebracht hat. Wo wenn nicht hier passt das?
  • 10:30 Uhr:  Wir haben uns French Toast, English Muffins, gekochte Eier und dergleichen aus dem Frühstücksraum geholt tragen sie nach draußen. Da ist ein Spielplatz. Gleich daneben schöne Holzstühle. Picknick. Anna ist unheimlich glücklich. Rennt zwischen Rutsche, Schaukel, Sandkasten, Wippe und Picknick hin und her. 
  • 11:00 Uhr: Checkout. Anna lobt das Hotel:
Anna: "Hier ist alles ganz leicht für mich."
Papa: "Warum denn?"
Anna: "Das Potty (WC) ist niedrig."
Papa: "Und was noch?"
Anna: "Das Waschbecken ist niedrig."
Papa: "Kinderfreundliches Bad und ein Spielplatz. Fünf Sterne für das 'America's Best Value Inn' in Lusk."
  •  13:00 Uhr: Geocaching (Schatzsuche) in der Prairie. 90 Minuten Wanderung durch ein Gebiet das durch seine Bedeutungslosigkeit besticht und gerade deshalb so authentisch ist. Ein Minenfeld aus Kuh- und anderen Fladen sowie dutzenden Ameisenhäufen. Anna spielt Fangen mit den Erwachsenen, durchquert sogar einen Bach und hat einen Riesen-Spaß.
  • 15:00 Uhr: Weiterfahrt nach South Dakota. Kurz hinter der Staatsgrenze begrüßt uns ein Holzschild der Landfrauenvereinigung im Rindfleisch-Land: "Cattlewomen welcome you to beef country."  Sollte man in Deutschland auch einführen.
  • 15:30 Uhr: Wir werden arrogant und lassen einen ganzen Nationalpark namens "Wind Cave" einfach links liegen. Am Wegesrand liegen zwei wilde Büffel (die gestern waren ja auf einer Ranch), aber Anna sagt ganz trocken: "Sind ja nur zwei."


  • 16:00 Uhr: Die Arroganz bleibt und im Halse stecken als zwei wahrhaftige wilde Büffel mitten auf der Straße stehen. Einer bewegt sich ganz langsam direkt auf uns zu, dreht im letzten Moment ab und streift am Auto entlang an uns vorbei.
  • 17:00 Uhr: Picknick im Wald der jetzt die Prairie abgelöst hat. Es gibt eine in der Mikrowelle des naheliegenden Geschenkeladens aufgewärmte Suppe.
  • 17:45 Uhr: Anna und ihre Eltern streiten sich um die Musikauswahl. Vorgeschmack auf was in den kommenden Jahren noch auf uns zukommen wird. Ein Wiederkäuer der wie ein Hornochse aussieht grast auf einer Weise am Wegesrand.
  • 17:50 Uhr: Anna hat gewonnen wie man in dem Video hören kann das zeigt wie uns eine Gruppe Esel mitten auf der Straße neugierig beäugt. Thomas findet dass wir heute mehr wilde Tiere gesehen haben als auf allen USA-Reisen in den vergangenen sieben Jahren durch Kalifornien, Alaska und Hawaii. South Dakota is super! 
  • 18:06 Uhr:  Nach all den sturen Büffeln, Hornochsen und Eseln sichten wir durch eine Schneise im Wald zum ersten Mal die Top-Attraktion des Tages: Die in die Berge eingefrästen Köpfe von vier US-Präsidenten. Mount Rushmore, wir kommen!
  • 18:15 Uhr: Pause am Aussichtspunkt.
Mama: "Anna, wie heißt denn Dein Präsident?"
Anna: "Obama"
Mama: "Und magst Du den?"
Anna: "Nee, ich mag keine Männer."
  • 18:30 Uhr: Wir passieren einige spektakulären Spitzkehren die als "Schweineschwanz-Brücken" (Pigtail  Bridges) bezeichnet werden. Das sind ganz verquere Verkehrs-Konstruktionen wo gleich auf eine Brücke eine Spitzkehre folgt, nach der man unter der soeben überquerten Brücke durchfährt. Klingt kompliziert. Ist es auch. Nochmal Wikipedia:
A pigtail bridge is a type of road bridge, where the road curls and passes over itself. This allows the road to negotiate sharp changes in topography in limited space. Most pigtail bridges are found in the Black Hills of South Dakota, where they were first built.
  • 19:00 Uhr: Wir durchschreiten das Spailer der Fahnen bei Mount Rushmore ehe wir das monumentale Werk in seiner vollen Pracht aus nächster Nähe sehen. Schon beeindruckend. Anna erkennt George Washington von den Dollarscheinen wieder und unterhält die (teils Deutsch verstehende) Besuchergalerie mit ihren trockenen Bemerkungen:
Anna (über die Präsidenten): "Die gucken alle so ernst. Warum lachen sie nicht?"


  • 20:00 Uhr: Es ist jetzt dunkel draußen. Als Höhepunkt des Tages findet abends am Mount Rushmore eine Zeremonie zu Ehren der vier Prtäsidenten statt. Sehr patriotisch. Eine Führerin erzählt aus dem Leben jedes der vier Präsidenten. Es folgt ein erhebender Film. Dann wird das Monument von riesigen Scheinwerfern hell erleuchtet. Die Präsidenten erstrahlen am dinklen Nachthimmel. Soldaten und Veteranen werden auf die Bühne gebeten. Alle singen die Nationalhymne. 
  • 22:00 Uhr: Wir checken in unser Hotel das Thomas am Morgen gebucht hat ein. Das Holiday Inn Express ist Luxux-mäßig an der oberen Skala dessen was wir bisher hatten. Dafür ist unsere Nahrung heute abend genau das Gegenteil und doch irgendwie typisch für das Land hier: Wir füllen billige Becher von getrocknetem Macaroni & Cheese und asiatischer Trockensuppe mit heißem Wasser, stellen es kurz in die Microwelle. Fertig. Für drei Dollar werden vier Personen satt. Fragen über den Nährwert stellt man besser nicht. Aber über den Geschmack kann man eigentlich nichts Schlechtes sagen.
  • 0:00 Uhr: Anna schläft heute mal vor Mitternacht. Morgen steht eine Fahrt im historischen Dampfzug und die weitere Erkundung der Umgebung an. South Dakota ist so schön dass man eine ganze Woche hier verbringen könnte. Also bleiben wir noch eine Nacht hier im Hotel. Tags drauf geht's dann weiter Richtung Minnesota.
Annas Lieblingslieder von heute:


 Logbuch:
  • Kilometer heute: 287 km
  • Kilometer gesamt: 2732  km
  • Effektive Fahrzeit heute: 4:09 Stunden
  • Fahrzeit gesamt: 33:34 Stunden
  • Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 81.7 km/h
Die heutige Route:

 

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