30.9.09

Tag 12 & 13: Mississippi und Mampfen in Minnesota

Was muss passieren dass der reisende Blogger so beschäftigt ist dass er zum ersten Mal nach 11 Tagen abends keine Zeit hat diese Zeilen zu verfassen? Ein spektakulärer Nationalpark? Ein festliches Dinner? Eine spätabendliche Theatervorführung?



Viel einfacher: Ein Abend mit Freunden. Enorm wohltuend nach all dem Tourismus und Hotelzimmern mal einfach bei einer ganz normalen Familie auf der Luftmatratze zu schlafen. Als Jen, die Dame (und Meisterköchin) des Hauses, bis abends arbeiten muss lernen wir schnell die kulinarischen Feinheiten Amerikas selbst zu meistern:  Tanya macht den Kindern Macaroni & Cheese aus der Fertigpackung. Thomas findet den besten Pizzaservice der Stadt, schaut sich die Speisekarte im Internet an, wählt dessen Nummer, hämmert die Adresse ins Navi, fährt hin, bezahlt (natürlich mit American Express Kreditkarte) und stellt die Kartons auf den Tisch. Ein Naturtalent! Kumpel Jerry fährt zum Alkohol-Laden (gibt's hier nicht im Supermarkt) und holt ein paar Flaschen Bier aus der Region. Fertig ist das Gourmet-Dinner. Dazu schauen wir Baseball im Fernsehen und unterhalten uns (intellektueller Ausgleich muss sein) über die neusten Artikel aus Wall Street Journal und Economist sowie Wahrscheinlichkeitsrechnung im Versicherungs- und Finanzwesen.

Eine Nacht auf der Luftmatratze später perfektioniert Thomas seine kulinarischen Kenntnisse und brät gekonnt tiefgefrorene Frühstücks-Würstchen mit Ahornsirup-Geschmack. Dazu zaubert Jen Rührei und einen superleckeren Pfannkuchen (ganz untypisch für den Durchschnittsamerikaner "from Scratch" also mit den richtigen Zutanten und nicht mit Fertig-Mix - Yummy!).

Wer sich jetzt fragt ob wir auch noch was anderes als Essen und Trinken machen, den wird vielleicht interessieren dass wir nach Minneapolis reingefahren sind. Eine superschöne Stadt durch die der Mississippi River fließt. Und weil Nicole das unbedingte Bedürfnis hat in jeden größeren Fluss in dessen Nähe sie kommt die Hand (besser noch: die Füße) zu stecken, kommen wir in den Genuss eines Uferbesuchs am Mississippi River. Der drittgrößte Fluß der Welt entspringt unweit von hier im Norden Minnesotas und fließt bis New Orleans.




Der Mississippi ist dann auch das große Thema am zweiten Tag unseres Besuchs hier. Nach Würstchen und Pancakes packen wir unsere Sachen und gondeln gemütlich am Flussufer entlang Richtung Iowa - unserem nächsten Ziel. Auf dem Weg: Das ideale Picknick. Auf der einen Seite Blick auf's Wasser, auf der anderen Seite gleich ein Spielplatz und ein Baseball-Feld. Wir schauen ein paar Freizeit-Teams beim Training für Softball (der Freizeit-Variante von Baseball) zu. Auch das ein Stück Amerika das man neben all den Nationalparks und Metropolen erlebt haben muss.

Wir übernachten fast direkt am Flußufer in einem urgemütlichen Hotel im Städtchen Prairie du Chien an der Grenze von Wisconsin und Iowa. Es gibt Kekse und Popcorn zur Begrüßung (als ob wir nicht schon verwöhnt genug wären). DVDs kann man sich kostenlos ausleihen. Anna und Tanya genießen den Pool, Papa recherchiert wo die nächste Werkstatt ist. Heute abend ging das "Check Engine" Licht unseres Autos an. Es fährt super und macht keine Probleme. Wären wir richtige Amerikaner würden wir jetzt einfach weiterfahren, denn die Einheimischen (so will es zumindest ein gängiges Vorurteil) sind berühmt-berüchtigt dafür solche Warnsignale jahrelang zu ignorieren. Wir sind da deutscher und lassen morgen gleich mal den Bordcomputer auslesen bevor wir die letzten 2000 km angehen. Jetzt beweist sich übrigens was unser Mechaniker John uns in Pasadena prophezeit hat: "Das Auto wird Euch keine Probleme bereiten. Wenn Euer BMW irgendwo im tiefsten Mittleren Westen was hat findet Ihr im Zweifel niemanden der sich mit der komplizierten Elektronik auskennt. Diesen Ford kann jeder Tankwart reparieren." Und tatsächlich:
  • Distanz zum nächsten Ford-Händler: 2,5 km
  • Distanz zum nächsten BMW-Händler: 70 km


Logbuch:
  • Kilometer gesamt: 4404 km
  • Kilometer gestern & heute: 442 km 
  • Fahrzeit gesamt: 54:06 Stunden
  • Fahrzeit gestern & heute: 6:06 Stunden 
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 81.4 km/h
Die heutige Route:


Größere Karte ("Sat" für Satellit)

1 Kommentar:

  1. Hope the car is okay. Sometimes if the gas cap is not screwed on tightly, that can cause the light to come on. Safe journey.

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